Neue Runde bei Treibstoffzuschlägen
Nachdem der Preis für Rohöl und damit auch für Kerosin wieder auf ca 70 Dollar je Faß gestiegen ist, steht eine neue Runde von Preiserhöhungen beziehungsweise Erhöhungen des Treibstoffzuschlafges bevor, oder ist bereits im Gange.
Lufthansa hat bereits im Juli die Treibstoffzuschläge erhöht, und Air France-KLM hat reduzierte Treibstoffzuschläge für die preisgünstigsten Tarife angehoben. Auch andere Airlines haben bereits Preise erhöht.
Das Dilemma der Airlines wird deutlich, wenn der Passage-Vorstand der Lufthansa erklärt:“In der Passage verdienen wir im laufenden Jahr unsere Kosten nicht mehr” (bei Handelsblatt.com am 16.07.2009 veröffentlicht)
Die Flugpreise weltweit wurden in den letzten Monaten stark reduziert. Die Auslastung ist dennoch so schwach, daß die Kosten des Flugbetriebes nicht gedeckt werden. Die IATA rechnet für 2009 mit einem Verlust der Fluggesellschaften weltweit von 8 Milliarden US-Dollar.
Diese Situation zwingt alle Fluggesellschaften, massiv Kosten zu sparen. Dies geschieht durch Automatisierung im Vertrieb und beim Check-In, durch den Einsatz kleinerer Flugzeuge und durch das Verschrotten alter Flugzeuge mit hohem Kerosin-Verbrauch.
Nachdem auf Fernstrecken in den letzten Jahren mehr und mehr Gepäck erlaubt wurde, hat sich auch dieser Trend umgekehrt. So verlangen Delta und Northwest Airways im Transatlantik-Verkehr für ein zweites Gepäckstück bereits seit einigen Monaten eine zusätzliche Gebühr.
Sicherlich werden die Airlines in den nächsten Monaten das Verhalten ihrer Kunden genau beobachten und auch die Reaktionen auf höhere Preise testen.
Kostensenkungen erfordern oft eine Erneuerung der Flotten und somit hohe Investitionen. Airlines mit einem fragwürdigen Geschäftsmodell werden die notwendigen Investitionen kaum finanzieren können. Kleinere Airlines wie AUA, Brussels Airways schlüpfen unter das Dach der Großen. Aber auch die finanziellen Möglichkeiten von Lufthansa, Air France und British Airways, sich neue kurzfristge Lasten ans Bein zu binden, sind beschränkt – selbst wenn ein Projekt wie die Übernahme der AUA durch Lufthansa langfristig für Lufthansa sehr profitabel sein könnte.
Daher empfehle ich nicht, jetzt auf Teufel komm raus das billigste Ticket einer beliebigen Airline über Monate im Vorraus zu kaufen, um einige Euro zu sparen. Das Ergebins könnte ein Ticket ohne zugehörigen Flug sein.

